Unser SchnellSchuss

vom 10. Oktober 2023

Entscheidungen: Hätten Sie’s lieber künstlich oder natürlich?

Es gab eine Zeit, da war man mehr oder weniger allergisch gegen alles „Künstliche“. Was gab es damals, als man noch nicht nach HaferMilch und GrünkernForellenFilets lechzte, Schlimmeres als  – abschreckendes Beispiel – „KunstHonig“. Auch eine „künstliche“ Hüfte konnte schon damals eigentlich niemand so recht begeistern. Außerdem liegt das „Künstliche“ recht nahe bei allem „Gekünstelten“. Etwas „Künstliches“ hat nur wenig mit Kultur und schon gar nichts mit den „schönen Künsten“ zu tun hat. „Künstlich“ nennt man – meist mit verhohlener Geringschätzung – all das, was nicht natürlich ist. Das ist natürlich ein hartes Urteil. Was von dem allen, was die Menschen da so vor sich hin basteln, was sie tun oder veranlassen, hoch preisen und vielleicht noch höher „be-preisen“, wäre denn dann nicht  „künstlich“.  Leben wir vielleicht schon längst in einer künstlichen Welt?

Erwartungen: Intelligenz sollte logisch und trotzdem kreativ sein!

Also eines, da bin ich mir so was von sicher, ist auf keinen Fall künstlich: die „Intelligenz“. Da können mich auch noch so viele MedienReportagen oder die Beteuerungen von wahlkämpfenden PolitikerInnen überzeugen. Intelligenz, so hat es mir ein ganz und gar natürlich formulierender Philosoph erläutert, ist eine „Fähigkeit“, eine Eigenschaft, die nicht nur eine hochkandidelte Person, sondern auch ein schlichtes Lebewesen hat – oder wenigstens haben könnte. Intelligenz – so der sprachmächtige Professor – ist die Fähigkeit, „systematisch“ und „aleatorisch“ zu denken: „systematisch“ – also „logisch“, wie es uns schon die sehr Alten lehrten – und „aleatorisch“ – also „zufällig“, wie die Würfeln eben fallen. Heute nennt man das Zufällige gerne auch „kreativ“. Das klingt so „schöpferisch“!Sollte man die „KI“ nicht vielleicht doch lieber „Kreative Intelligenz“ nennen?