Zum Nachlesen

CHRISTOFs Essays

Gelingen

Unsere „innere Brille“ prägt unsere Sichtweise auf die Welt. Zu oft richtet sich der Blick dabei auf Negatives. Das färbt wiederum nach innen ab und fühlt sich dann so an: Das Wirkliche, beziehungsweise das, was wir für wirklich halten, ist das Negative. Die Themen und die Art und Weise, wie öffentliche Medien über unsere aktuelle Wirklichkeit berichten, lädt zu dieser verzerrten Perspektive regelrecht ein. Klimawandel, Kriege, Krankheiten und Katastrophen aller Art bilden dabei nur die Spitze...

mehr lesen

Der Geist des Essays

Auch wenn die Grenzen mitunter fließend sind, gibt es in unserer nationalen Presselandschaft Kommentare zu Hauf, wohingegen die literarische Gattung des Essays in Deutschland nicht besonders hoch im Kurs steht. Das ist kein Zufall, sondern hat Gründe, wenn auch keine guten.  In einem Essay stellt der Autor Betrachtungen an und schildert dabei seine persönliche Sicht der Dinge. Es geht nicht so sehr um das Was der Erörterung – prinzipiell kann jedes Thema Gegenstand eines Essays sein –,...

mehr lesen

Kulturelle Aneignung

Wenn es stimmt, dass die Fähigkeit zum Mitgefühl nicht nur die Wurzel aller Moral ist (Schopenhauer), sondern den Menschen erst zum Menschen macht, kommt es entscheidend darauf an, diese Fähigkeit zu schulen und zu entwickeln.  Das Mitgefühl ist allerdings nicht auf einzelne Menschen beschränkt, sondern es kann weit darüber hinaus reichen und sich auf Gruppen, aber auch auf soziale Zusammenhänge, auf Texte, auf Kunst und ganze Kulturen erstrecken. Freilich spricht man dann eher von...

mehr lesen

Dabei sein?

Das Potsdamer Treffen zur sogenannten Remigration hat in weiten Teilen unseres Landes Demonstrationen gegen die AfD ausgelöst. Bürgerinnen und Bürger stellen sich die Frage „dabei sein oder nicht“. Aktuell findet ein gesellschaftlicher Sortierprozess statt, bei dem viele sich positionieren. Mit dem Mut zur Vereinfachung kann man dabei drei „Körbchen“ unterscheiden.  Im ersten Körbchen befinden sich die AfD Anhänger, ihre Sympathisanten, die von der Politik Enttäuschten, die Wütenden,...

mehr lesen

Gewissheitsschwund? Zuversicht!

Dass die Welt weniger berechenbar ist als noch vor rund 15 Jahren, ist eine Binse. Wir erleben, dass uns viele vermeintliche Gewissheiten zwischen den Fingern zerrinnen. Das gilt im Großen, auf der politischen Bühne des Weltgeschehens – „von Freunden umzingelt“ war einmal -, aber auch in unserer kleinen persönlichen Welt. Auch wenn es den meisten von uns sehr gut geht: Vieles erscheint brüchiger, gefährdeter und unfriedlicher als früher. Die Illusion, dass man selbst irgendwie mitsteuern...

mehr lesen

Moral Overkill

Wieviel Moral oder Ethik – zwischen beiden wird selten deutlich unterschieden - ist gut? Insbesondere: Wieviel Moral braucht die Politik, welche ethischen Maßstäbe sollen gelten? Ist beispielsweise die Frage des Schnitzelverzehrs eine moralische Frage?  Einige werden alleine schon diese Fragen als unsinnig zurückweisen, weil es aus ihrer Sicht nur eine einzige und unbedingt verbindliche Moral gibt, und zwar auch für das Schnitzel. Tatsächlich existiert aber nicht nur die eine Moral,...

mehr lesen

Hauptsache gemütlich

Um das Wort Gemütlichkeit beneiden uns manche Ausländer, weil es das in ihren Sprachen gar nicht gibt. Auch ähnliche Begriffe, wie beispielsweise das Dänische HYGGE, meinen nicht genau das Gleiche. Und erst recht beneiden uns andere um das, was wir damit verbinden – Weihnachten und Weihnachtsmärkte zum Beispiel, bestimmte Gerüche, aber auch ein gemütliches und „anheimelndes“ zu Hause. Gemütlichkeit ist ein sehr deutscher Sehnsuchtsort, mit leicht utopischem Beiklang. Dabei ist Gemütlichkeit...

mehr lesen

After Work

IMit dem Ende des Arbeitslebens fallen berufliches Pflichtenkorsett und berufliche Verantwortung weg. Das klingt für die meisten zunächst einmal gut. Bei aller Freude über die gewonnene Freiheit gilt aber auch: Wer sein Berufsleben hinter sich lässt, verliert damit sein fachliches Betätigungsfeld, und nicht nur dieses. Menschen after work lassen häufig langjährig gewachsene Kommunikationsnetze hinter sich. Wer jetzt nicht auf gut ausgebaute private Interessen und auf Freunde jenseits der...

mehr lesen

SchnellSchüsse

01. März 2024

Warum mühsam etwas lernen, wenn es reicht, lautstark zu fordern?

Menschen jeglichen Geschlechts, die etwas früher geboren wurden als 1968, erinnern sich vielleicht noch an den ZeigeFingerSpruch: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Das sollte die LernLust des Nachwuchses schon in frühester Kindheit stimulieren und die SpiellIust, die keiner nachhaltigen Stimulierung bedurfte, heute müsste man schick schreiben, „einhegen“! Dann kam die große, gesellschaftlich für relevant erklärte BildungsReformWoge. Mit dem ungeliebten Lernen sollte so Schluss wie nur möglich sein, die erwünschte Entfaltung, das Erreichen von eigenen Zielen jeglicher Art sollte ohne Zwang und Disziplin erfolgen. Wenn man etwas erreichen wollte, dann dürfe man sich nicht durch mühsames und ermüdendes „vollständiges Lernen“ blockieren. DiEtwas uzu fordern musste genügen, Widerstände mussten überwunden werden: „Man muss sich nur wehren!“ Notfalls mit Gewalt. So wurde es in den Kinderläden im West-Berlin um die 70er-JahrzehntWende gesungen – und getanzt. Die Logik überzeugte: Wer fordert, der soll bekommen. Die Lektion wurde gelernt. Nachhaltig.

Wer etwas können will, muss früh damit anfangen. Auch mit Lernen.

Die frohe Botschaft fand viele Gläubige. Sie traf im staatlichen BildungsWesen ins Volle. Schritt für Schritt wurden die Aufgaben reduziert, die Anforderungen gesenkt, so dass die staatlichen BildungsZiele von allen erreicht werden konnten: buchstäblich, also also nach Belieben. Man musste nicht nur weniger lernen, sondern man konnte sich auch das – ganz besonders unbeliebte – LernenLernen ersparen. Und das war für eine WohlStandsGesellschaft, in der der Untergang noch nicht in Sicht war, eine angenehme Nachricht. Die Welt veränderte sich allerdings überraschenderweise und die Menschen bekamen es mit allerlei Ängsten zu tun. Für viele kam das Ende der Welt in Sicht, für noch mehr das des Wohlstandes. Wenden aller Art wurden propagiert und – Überraschung! – die Notwendigkeit für alle, alles – natürlich nur das Richtige – zu lernen, Von Anfang an. Und plötzlich war es wieder da, das HänschenMonitum. Jetzt um diverse Sexualitäten erweitert. Eine preisgekrönte NeuroBiologin aus Hamburg hat es dieserTage als neueste wissenschaftliche Erkenntnis verlautbaren lassen. Immerhin!

10. Februar 2024

Warum verkleiden wir uns als LandArbeiter und BergLeute?

Ist Ihnen schon aufgefallen, wie unansehnlich die meisten jüngeren bis mittelälteren Menschen, die in diesen Tagen durch nur mehr mäßig bevölkerte Innenstädte schleichen, aussehen. Das liegt zum einen am GesichtAusdruck, der den gesamten WeltSchmerz dieser Tage und das persönliche Empfinden desselben wiedergibt, zum anderen liegt es aber auch am Outfit. Die meisten Männer sehen aus, als ob sie eben von der Nachtschicht in einem Bergwerk oder von der LandArbeit kommen: schwarze sackähnliche Gewänder, Bergschuhe mit ultrahohen Sohlen. Dazu die passende Haartracht: kahler Kopf oder wirres KuschelHaar. Bei den Jüngeren gibt es allerdings Ausnahmen: Diese scheinen eben beim Frisör  gewesen zu sein, der – so sie männlich oder so ähnlich sind -auch gleich den Vollbart getrimmt hat.Da stellt sich die Frage: Müssen die Angehörigen der Kohorten höheren Alters da unbedingt mitmachen?

SelbstBewusstsein heißt auch, nicht jede Mode mitmachen.

Ich meine nein und rufe die Angehörigen der beiden Alterskohorten ab 60, die ich die „Ausgewachsenen“ und die „Entwachsenen“ nenne, auf, sich der aktuellen BekleidungsOrdnung zu widersetzen. Kleiden Sie sich so, wie sie es schätzen gelernt haben: eine schicke Daks-Jacke mit einem einfarbigen Oberhemd, auch mal ohne Schlips, steht einem „Sechziger“ doch eher als eine ausgebeulte und ausgefranste DenimHose zu einem Hemd, das aussieht, als ob es vordem ein kanadischer Holzfäller mehrere Wochen ohne Pause getragen hat.Und was für die Be- oder Verkleidung gilt, das sollte auch für die Kommunikation, für die Sprache und die Medien gelten. Wir Älteren sollen durchaus auch – und zwar intensiv – die digitaltechnischen Errungenschaften nutzen, aber wir sollten dies „digital“ tun, weil wir schreiben und lesen gelernt und jahrzehntelang mit Erfolg geübt haben. Als keine „analogen“ InformationsMoleküle und FotoMontagen mit HalbSätzen, sondern ganze Sätze.Wie es uns in der Schule vor – na, ja „einigen“ – Jahren beigebracht wurde.

10. Januar 2024

Musste die bürgerliche Gesellschaft erfunden werden?

„Der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab und auf den Gedanken kam zu sagen ‚Dies gehört mir‘ und der Leute fand, die einfältig genug waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft.“, war die Meinung einer der bis heute am hellsten leuchtenden Lichtgestalten linker GesellschaftsKritik.

Vielleicht hätte er etwas über die BewegGründe des ZaunAufstellers sagen sollen. Vielleicht wollte dieser damit nur die Früchte seiner Feldarbeit  vor dem Zugriff anderer Lebewesen, die daran nicht beteilig waren, schützen. Vielleicht auch seine Familie, seinen Stamm, seine Horde? Alles Gründe, die aus einem Ernährer und Beschützer einer Gemeinschaft alles andere als einen Feudalherren oder Kapitalisten machen.

Ganz im Gegenteil: Er hätte personal hochmoralisch in Erfüllung seiner Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft, der er auch selbst angehört, gehandelt.

Warum „Gesellschaft“ sagen, wenn man den „Staat“ meint?

Wäre Jean-Jaques Rousseau ein ZeitGenosse, schriebe er möglicherweise nicht „der Gesellschaft“ , sondern „des Staates“. Für ihn war Gesellschaft einmal etwas ganz reales, eine Gemeinschaft, die die „volonté des tous“ zu vertreten hatte, ein anderes mal ein ideelles Wesen nicht näher bestimmter Art, das über ein eigenes Bewusstsein verfügt, das er „volonté générale“ nannte. Die beiden „Willen“ können von einander abweichen. Die jeweils Herrschenden haben die Wahl. Dass der politische Philosoph und lebensfrohe Schöngeist vom Genfer See den StaatsBegriff durch die Idee einer konkreten „Gesellschaft“ ersetzt, kann durchaus mit seiner Kritik des StaatsVerständnis der inhumanen absolutistischen HerrscherInnen, nicht nur seiner Zeit, zusammenhängen. Für ihn, der die lockere Moral des Rokoko durch aus lebte, sollte die amoralische Macht des feudalen Staates durch die moralische Führung einer aufgeklärten „Gesellschaft“ gebrochen werden.

10. Oktober 2023

Entscheidungen: Hätten Sie’s lieber künstlich oder natürlich?

Es gab eine Zeit, da war man mehr oder weniger allergisch gegen alles „Künstliche“. Was gab es damals, als man noch nicht nach HaferMilch und GrünkernForellenFilets lechzte, Schlimmeres als  – abschreckendes Beispiel – „KunstHonig“. Auch eine „künstliche“ Hüfte konnte schon damals eigentlich niemand so recht begeistern. Außerdem liegt das „Künstliche“ recht nahe bei allem „Gekünstelten“. Etwas „Künstliches“ hat nur wenig mit Kultur und schon gar nichts mit den „schönen Künsten“ zu tun hat. „Künstlich“ nennt man – meist mit verhohlener Geringschätzung – all das, was nicht natürlich ist. Das ist natürlich ein hartes Urteil. Was von dem allen, was die Menschen da so vor sich hin basteln, was sie tun oder veranlassen, hoch preisen und vielleicht noch höher „be-preisen“, wäre denn dann nicht  „künstlich“.  Leben wir vielleicht schon längst in einer künstlichen Welt?

Erwartungen: Intelligenz sollte logisch und trotzdem kreativ sein!

Also eines, da bin ich mir so was von sicher, ist auf keinen Fall künstlich: die „Intelligenz“. Da können mich auch noch so viele MedienReportagen oder die Beteuerungen von wahlkämpfenden PolitikerInnen überzeugen. Intelligenz, so hat es mir ein ganz und gar natürlich formulierender Philosoph erläutert, ist eine „Fähigkeit“, eine Eigenschaft, die nicht nur eine hochkandidelte Person, sondern auch ein schlichtes Lebewesen hat – oder wenigstens haben könnte. Intelligenz – so der sprachmächtige Professor – ist die Fähigkeit, „systematisch“ und „aleatorisch“ zu denken: „systematisch“ – also „logisch“, wie es uns schon die sehr Alten lehrten – und „aleatorisch“ – also „zufällig“, wie die Würfeln eben fallen. Heute nennt man das Zufällige gerne auch „kreativ“. Das klingt so „schöpferisch“!Sollte man die „KI“ nicht vielleicht doch lieber „Kreative Intelligenz“ nennen?

21. August 2023

Entscheidungen: Lieber politisch oder doch lieber privat?

Es gab einmal eine Zeit, da lernte man an manchen Schulen etwas über die Besonderheiten von „demokratischen“ und von „sozialistischen“ Staaten. Der Unterschied zwischen den beiden, so wurde es uns damals beigebracht, läge vor allem in der Planung und Organisation der Befriedigung der Bedürfnisse des StaatsVolkes. Als „demokratisch“ bezeichneten sich die Staaten, die die WirtschaftsAufgaben in der Mehrzahl Personen und PersonenGruppen überließen, die man nicht als Politiker, sondern als „Privatiers“ bezeichnete. Die sozialistischen Staaten wollten nichts dem Zufall und schon gar nicht PrivatPersonen überlassen. Wer, was, wofür und wie zu tun hatte, damit die privaten Bedürfnisse aller gleich und „gerecht“ befriedigt würden, sollte ausnahmslos „politisch“ entschieden werden. Das gelang nicht immer zur Erfüllung aller Wünsche des StaatsVolks.

Erwartungen: Macht’s vielleicht die Mischung?

Der Kampf zwischen den VertreterInnen der jeweils reinen Lehre von der optimalen StaatsFührung tobt immer noch. Aber – wie das Leben so spielt – die Theorien bleiben rein nur in der Lehre. In der Anwendung scheint viel eher die Mischung die Methode der Wahl zu sein. In vielen Ländern, die sich früher „sozialistisch“ nannten, hat es sich die Wirtschaft auf dem Weg von der „Monokratie“ zur „Demokratie“ in der „Oligarchie“ gemütlich gemacht. Und die Staaten, die sich und ihre Wirtschaft für unbefleckt demokratisch sehen? Zwischen Rhein und Oder soll demnächst eine „InvestitionsGesellschaft des Staates“ die WirtschaftsPolitiker durch finanzwirtschaftliche Aktivitäten ergänzen, wenn nicht gar ersetzen. Es soll nichts Gutes mehr dem Zufall und schon gar nicht den PrivatPersonen überlassen bleiben. Wie nannte man früher doch gleich so ein „System“?

31. Juli 2023

Berechnung: Explodieren die Kosten ?

An einer Hochschule im FrankenLand gibt es einen Professor für „UmweltÖkonomie“. Womit befasst er sich? Dienstlich. Mit Wirtschaft, also dem Ausgleich von Nachfrage und AufAntwort? Oder mit Umwelt, also der Welt, die um uns herum ist? Das eine heißt auch „Ökonomie“, das andere „Ökologie“. Handelt es sich also um „ÖkoNomologie“? Das neueste Projekt des fränkischen HochschulLehrers gibt die Antwort: Er notiert die ausgezeichneten Preise von LebensMitteln bei Aldi, Lidl, Netto und Co. und rechnet die vermuteten Kosten der UmweltBelastung durch deren Produktion dazu. Ein Wiener Würstchen müsste, so hat er herausgefunden, eigentlich das Doppelte kosten. Wenn man es im Garten grillt, steigen die Kosten ins Unmessbare. Und nicht genug damit: Man müsste eigentlich die Belastung durch die Entsorgung der verdauten Reste auch noch hinzurechnen, um eine umweltökonomische VollkostenRechnung perfekt zu machen. Dann wird’s aber richtig teuer. 

Befürchtung: Reicht es noch für alle?

Ich bin seit 35 Jahren Vegetarier, nicht Veganer, Eier und MilchProdukte müssen schon sein. Und auch nicht aus UmweltVerantwortung ohne Limits und nicht zur grenzenlosen Förderung des TierWohls. Aus ganz egoistischen Gründen: Weil ich eines Tages meinte, dass meine bisherige ErnährungsGewohnheiten mir mehr schadeten, als sie mir LebensGenuss bereiteten. Und so ist es auch. Bei mir jedenfalls. Jetzt stelle ich mir vor, dass alle Menschen dieser Welt auf den Verzehr von RindFleisch verzichteten. Was würde passieren? Kühe und Stiere hätten keine menschlichen Feinde mehr. Sie würden sich fröhlich vermehren, so lange es Wiesen und Felder gibt, auf denen die Früchte wachsen, die auch wir uns an 365 Veggie-Tagen im Jahr genehmigen. Hoffentlich reicht das dann für alle. Über die zukünftigen Kosten klärt uns sicherlich die UmweltÖkonomie aus dem FrankenLand auf. Ich befürchte allerdings Schlimmes. Es werden sich in Zukunft wohl nur die wenigsten Lebewesen vom Typ Mensch ein SpargelRisotto mit RucolaGarnitur leisten können.

27. Juni 2023

ZeugnisVerteilung: Was machen wir jetzt?

Die Lokalteile der LokalZeitungen sind in diesen Tagen weitgehend textfrei: Es überwiegen großformatige Bildern mit  – erfreulich vielen – jungen Damen in brautkleidähnlichen Roben und – deutlich weniger – jungen Herren, die zum Teil aussehen, als ob sie sich auf eine Expedition in ferne Länder begeben wollten. Was werden dieSchulabgängerInnen tun, wenn der Herbst kommt? Bildung war und ist das ZauberWort: also weitermachen! Geht’s an die Uni, die Hochschule, die Akademie? Überall hin, nur nicht in die „Ausbildung“. Wer will schon HandwerkerIn werden, auch wenn sie als „FachKräfte“ händeringend gesucht werden? Da „studiert“ man doch lieber etwas Angesagtes, vielleicht „etwas mit Medien“! 

ZukunftsPerspektven: Rein in die Ausbildung!

Die erfolgreichen SchulAbsolventinnen scheinen an sicheren, hohen ArbeitsEinkommen nicht sonderlich interessiert zu sein. Vor allem dann nicht, wenn es mit hoher Belastung und geringem sozialen Status verbunden ist. Da haben die handwerklichen Berufe schlechte Karten. An der hohen Belastung kann man wohl wenig tun, aber vielleicht kann man den Status nach oben bewegen? Wie wäre es, wenn auch die Auszubildenden zukünftig  „studieren“, an „Akademien für praktische Technologie“. Dort wird zwei Drittel der StudienZeit etwas getan und ein Drittel der Zeit  darüber nachgedacht und geredet. Wer am Ende weiß, wie man ein liegen gebliebenes E-Auto wieder in Gang kriegt, wird B.PT. – Bachelor of practical technology. Hat doch was?!

03. Mai 2023

Kreativität: Lagerfelds prunkvoller SchreibTisch

Über dpa erfahren wir, dass demnächst im Metropolitan Museum am Central Park in New York eine Ausstellung zur posthumen Ehrung des in Hamburg geborenen ModeKünstlers Karl Lagerfeld eröffnet wird. In der ModeSchau gibt es immerhin rund 150 Werke des Designers zu sehen. Titel der Ausstellung „A line of Beauty“. Unter den Ausstellungsstücken befindet sich auch ein Nachbau des Schreibtisches, an dem der langjährige ChefDesigner der ModeMarke Chanel arbeitete. „Lagerfeld war einer der fesselndsten, produktivsten und wiedererkennbarsten Kräfte in Mode und Kultur“ sagte der MuseumsDirektor Max Hollein.

Konsequenz: Am Material soll es nicht scheitern

Im MoMA an der anderen Ecke des CentralParks hängt schon der Anzug von Joseph Beus an der Wand, leicht verknittert und verdreht, unerreichbar für Liebhaber, die gerne einmal ein wirkliches Kunststück gefühlt haben möchten. Schade eigentlich. Frage: Kann man sich an Lagerfelds Schreibtisch setzen, einen Papierbogen DIN A 4 holzfrei, handgeschöpft, auflegen, einen historischen Montblanc-Kuli mit GoldKlammer zücken und eine Skizze für ein top Top aus Naturseide von der siamesischen Edelraupe entwerfen, dass es im Netz raunt: „Der Meister ist zurück“? Wenn ja, lasst uns rasch ein Ticket nach Big Apple buchen. Erster Klasse. Logo.